Heilpflanzen

© Illustration: Maren Sigmund

Kamille

Anwendungsmöglichkeiten in der Frauenheilkunde

Kamillenblüten haben vielfältige Anwendungsmöglichkeiten in der Frauenheilkunde. Sie werden zur Linderung von Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhö), vaginalen Infektionen, Kopfschmerzen und Wochenbettdepressionen eingesetzt. Obwohl es noch keine eindeutigen Beweise gibt, deuten einige Studien auch auf eine mögliche Wirksamkeit bei Angststörungen und Nervosität hin.

Wichtige Wirkstoffe

Die Kamillenblüten enthalten eine Vielzahl von Wirkstoffen, darunter Chamaviolin, Levomenol, Bisabolene, Matricin, Apigeninglykoside, Quercetinglykoside (wie Rutin und Hyperosid), Schleimstoffe, Cumarine und α-Bisabolol. Diese Substanzen verleihen der Kamille ihre entzündungshemmenden, antibakteriellen und krampflösenden Eigenschaften.

Hauptwirkungen

Die Hauptwirkungen der Kamillenblüten sind entzündungshemmend, antibakteriell, krampflösend und karminativ (gegen Blähungen wirkend). Chamaviolin, ein Inhaltsstoff der Kamille, wirkt zudem als natürlicher COX-2-Hemmer, ähnlich wie einige entzündungshemmende Medikamente, jedoch ohne die Nebenwirkungen.

Wichtige monografische Indikationen

Verschiedene Institutionen wie das HMPC und die Kommission E erkennen die Wirksamkeit von Kamillenblüten bei Haut- und Schleimhautentzündungen, Erkrankungen im Anal- und Genitalbereich (bei äußerer Anwendung), gastrointestinale Spasmen sowie Entzündungen und Reizungen der Atemwege an.

Dosierung/Zubereitung

Die empfohlene Dosierung beträgt 5–10 Gramm Kamillenblüten pro Tag. Die Zubereitung erfolgt üblicherweise als Tee (Infus), indem die Kamillenblüten mit heißem Wasser übergossen werden.

Kontraindikationen

Es besteht die Möglichkeit einer Kreuzallergie zu Korbblütlern bei der Anwendung von Kamillenblüten. Personen, die bereits auf andere Pflanzen dieser Familie allergisch reagieren, sollten daher Vorsicht walten lassen.

Nebenwirkungen und Interaktionen

Bisher sind keine Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt, die mit der Einnahme von Kamillenblüten in Verbindung stehen.

Fazit:

Die Hauptwirkungen der Kamillenblüten sind entzündungshemmend, antibakteriell, krampflösend und karminativ. Es wird empfohlen, 5–10 Gramm Kamillenblüten pro Tag einzunehmen, üblicherweise als Tee zubereitet. Personen mit einer Allergie gegen Korbblüter sollten Vorsicht walten lassen, da eine Kreuzallergie auftreten kann. Bisher sind keine Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt, die mit der Einnahme von Kamillenblüten in Verbindung stehen. Die Kamille bleibt somit eine bewährte Option in der naturheilkundlichen Behandlung von Frauenbeschwerden, die sowohl effektiv als auch sicher ist .Der lateinische Name der Kamille, Matricariae, hat eine faszinierende und tiefgreifende Herkunft, die eng mit ihrer historischen Verwendung, ihrem kulturellen Hintergrund und ihrer Symbolik verbunden ist.

Wussten Sie das?

Der Begriff „Matricariae“ leitet sich vom lateinischen Wort „mater“ ab, was „Mutter“ bedeutet. Diese Bezeichnung ist nicht nur ein Hinweis auf die Verwendung der Kamille als traditionelle Heilpflanze, sondern auch eine Hommage an ihre historische Bedeutung als „Mutter aller Heilpflanzen“. Diese Einstufung geht auf die Antike zurück, als die Kamille von den alten Griechen als eine Pflanze mit außergewöhnlichen Heilkräften verehrt wurde. Sie galt als Symbol der Muttergottheit und wurde in Verbindung mit der weiblichen Fruchtbarkeit und Heilkraft gebracht.

Die Verbindung zwischen der Kamille und dem Begriff „Mutter“ reicht sogar bis in die mythologische Vorstellungswelt der antiken Griechen zurück. Die Göttin Demeter, die als Muttergottheit und Hüterin des Ackerbaus verehrt wurde, wurde oft mit der Kamille in Verbindung gebracht. Die Kamille wurde in rituellen Reinigungszeremonien verwendet, um Frauen bei der Geburt zu unterstützen und sie vor Krankheiten zu schützen. Diese Verbindung zwischen der Kamille und der Göttin der Fruchtbarkeit verstärkte den Ruf der Kamille als „Mutterpflanze“, die Leben und Gesundheit spendet.

Auch heute noch wird Kamille gerne gesammelt, sei es von Menschen, die ihre eigenen Kräuter anbauen, oder von Liebhabern der Naturheilkunde, die die Kamille in der Wildnis sammeln. Die Tatsache, dass die Kamille in verschiedenen Qualitäten und in vielen Formen, einschließlich Fertigpräparaten, erhältlich ist, unterstreicht ihre anhaltende Popularität als Heilpflanze.

In der mittelalterlichen Kräuterkunde wurde die Kamille ebenfalls hoch geschätzt und häufig zur Behandlung verschiedener Frauenbeschwerden eingesetzt, einschließlich Menstruationsbeschwerden und Schwangerschaftsbeschwerden. Ihr lateinischer Name „Matricariae“ spiegelt diese enge Verbindung mit der weiblichen Gesundheit und dem Mutterschaftsaspekt wider.

Heutzutage wird die Kamille weiterhin für ihre beruhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt und ist ein beliebtes Heilmittel in der Naturheilkunde. Ihr lateinischer Name erinnert uns an ihre historische Bedeutung als „Mutterpflanze“ und symbolisiert ihre lange Geschichte der Verwendung zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden, insbesondere im Zusammenhang mit Frauenheilkunde und Mutterschaft.

Bitte beachten Sie, dass es sich bei den Ausführungen um allgemeine Informationen handelt und nicht um eine Anleitung zur Selbstbehandlung. Bei Beschwerden konsultieren Sie bitte das Fachpersonal Ihres Vertrauens.

Anwendungsgebiete von Kamille